Untergrund der Wand erkennen vor dem Aufhängen von Möbeln
Bevor Sie ein Regal, einen Schrank oder einen Fernseher an die Wand hängen, sollten Sie wissen, woraus diese Wand tatsächlich besteht. Ein falscher Dübel in einem porösen Untergrund kann dazu führen, dass die gesamte Konstruktion samt Inhalt auf den Boden kracht. Die häufigsten Wandarten in deutschen Wohnungen sind Vollziegel, Kalksandstein, Porenbeton, Beton und Gipskarton. Jede dieser Varianten verlangt eine andere Befestigungstechnik, und wer das ignoriert, riskiert nicht nur beschädigte Wände, sondern auch ernsthafte Verletzungen.
Die einfachste Methode zur Bestimmung des Untergrunds ist der Klopftest. Klopfen Sie mit dem Knöchel oder einem Gummihammer leicht gegen die Wand. Ein dumpfer, satter Klang deutet auf massives Mauerwerk oder Beton hin, während ein hohler, hallender Ton auf Gipskarton oder eine Vorsatzschale schließen lässt. Ein weiteres Hilfsmittel ist ein kleiner Nagel, den Sie vorsichtig in die Wand treiben. Gleitet er leicht hinein, handelt es sich wahrscheinlich um Gipskarton oder Porenbeton. Stoßen Sie auf deutlichen Widerstand, haben Sie es mit Beton oder hartem Ziegel zu tun. Wer sich unsicher ist, findet in Fachgeschäften praktische Anleitungen und passende Dübel für jede Wand, die genau auf den jeweiligen Baustoff abgestimmt sind.
Bei Gipskartonwänden ist besondere Vorsicht geboten. Diese bestehen aus einer dünnen Gipskartonplatte, die auf einer Unterkonstruktion aus Metallprofilen oder Holzlatten montiert ist. Normale Dübel halten hier nichts. Stattdessen benötigen Sie spezielle Hohlraumdübel, die sich hinter der Platte aufspreizen und die Last großflächig verteilen. Bei Vollziegel oder Kalksandstein reichen dagegen meist Universaldübel aus, solange die Löcher sauber gebohrt und vom Staub befreit werden. In Betonwänden wiederum sind Schwerlastdübel oder Verbundanker die richtige Wahl, da diese Materialien sehr hart und dicht sind.
Ein Blick in die Baupläne oder die Hausverwaltung kann ebenfalls Klarheit bringen, besonders bei Neubauten oder nach einer Sanierung. Oft sind die verbauten Materialien dort dokumentiert. Wenn Sie dennoch unsicher bleiben, bohren Sie zunächst ein kleines Testloch an einer unauffälligen Stelle. Der Bohrwiderstand und das herausfallende Material verraten Ihnen viel über die Wandbeschaffenheit. Erst wenn Sie den Untergrund zweifelsfrei kennen, sollten Sie mit dem eigentlichen Aufhängen beginnen. So vermeiden Sie teure Schäden und sorgen dafür, dass Ihre Möbel sicher und dauerhaft an der Wand bleiben.