Steckdosen sauber verlegen ohne Stemmarbeiten
Nachttischlampen brauchen Strom, doch selten liegt dort bereits eine Steckdose. Wer nicht die Wände aufstemmen will, greift zu Kabelkanälen und Aufputzsteckdosen. Das ist keine Notlösung, sondern eine saubere Sache, wenn man einige Regeln beachtet. Entscheidend ist die Wahl des Kanals: Für sichtbare Strecken an der Wand eignen sich flache Kunststoffkanäle mit Klebeband oder Schraubbefestigung, die sich farblich an die Wand anpassen lassen. Ein Kanal mit 15 mal 10 Millimetern reicht für eine zweiadrige Leitung, bei dreiadrigen Leitungen mit Schutzleiter sollte es mindestens 20 mal 12 Millimeter sein. Wer die Leitung hinter der Fußleiste führen kann, spart sich den sichtbaren Kanal ganz.
Die Montage beginnt mit der Planung der Strecke. Vom nächsten vorhandenen Stromkreis wird eine Abzweigung gelegt, idealerweise über eine Aufputz-Abzweigdose. Von dort läuft der Kanal waagerecht oder senkrecht zur gewünschten Position, wobei diagonale Verläufe an der Wand unruhig wirken und sich schlechter verputzen lassen. Ecken und Übergänge deckt man mit passenden Formteilen ab, damit keine scharfen Kanten entstehen. Wer später dimmen möchte, sollte gleich an eine dimmbare Steckdose oder einen Zwischenstecker denken. Für alle, die ohne Eingriff in die Elektrik arbeiten wollen, lohnt sich ein Blick auf die praktischen Hinweise von foto-lichtbild.de zu Dimmern ohne Umbau, die Schnur-, Touch- und Fußdimmer im Wohnraum vorstellen. Solche Lösungen passen gut zu einer nachgerüsteten Steckdose am Bett.
Beim Verlegen selbst ist auf den Querschnitt der Leitung zu achten. Für eine Nachttischlampe genügt eine Leitung mit 0,75 Quadratmillimetern, sofern die Absicherung stimmt. Die Leitung wird in den Kanal eingelegt, nicht hineingequetscht, und der Kanal erst dann verschlossen. Wichtig ist, dass der Kanal nicht über Heizkörper oder scharfe Metallkanten läuft und dass die Steckdose nicht in Reichweite von Wasser liegt. Wer unsicher ist, lässt den Anschluss an den Stromkreis von einer Elektrofachkraft prüfen. Das kostet wenig und schützt vor Fehlern, die im schlimmsten Fall zum Kurzschluss führen.
Optisch fällt die Lösung kaum auf, wenn der Kanal in Wandfarbe gestrichen wird. Ein sauber verlegter Kanal wirkt ordentlicher als ein lose hängendes Kabel und lässt sich jederzeit wieder entfernen. Für Mietwohnungen ist das ein Vorteil, weil keine Stemmarbeiten nötig sind und die Wand beim Auszug nur gespachtelt oder überstrichen werden muss. Wer die Strecke geschickt hinter Möbeln führt, sieht am Ende nur die Steckdose und das Lampenkabel. So bleibt der Schlafplatz flexibel, ohne dass die Bausubstanz angetastet wird.